Angefangen hat es mit einem Kind, das mir vertraut hat.
Während meiner Ausbildung zum Sozialassistenten habe ich direkt mit Kindern gearbeitet. Dort habe ich gelernt, wie Vertrauen entsteht: durch Zeit, Verlässlichkeit und das Gefühl, auch etwas Unangenehmes erzählen zu dürfen. Diese Beziehung beschäftigt mich bis heute, wenn ich über Kinderschutz spreche.
Was mich die IT-Sicherheit gelehrt hat
Später arbeitete ich bei IT-SEAL mit Social Engineering. In Phishing-Simulationen und der Mitarbeitersensibilisierung habe ich erlebt, wie glaubwürdige Absender, Zeitdruck und gezielt aufgebautes Vertrauen Entscheidungen beeinflussen.
Dazu kamen OSINT-Recherchen, forensische Projekte und Einblicke in schwer zugängliche Online-Räume. Ich begann genauer zu verstehen, wie gezielt Menschen online angesprochen und unter Druck gesetzt werden. Einige dieser Mechanismen begegnen mir auch dort, wo Kinder und Jugendliche unterwegs sind — unter anderen Bedingungen und mit anderen Folgen.
Diese beiden Erfahrungen gehören für mich zusammen: Ich weiß aus der Arbeit mit Kindern, wie wichtig eine verlässliche Beziehung ist. Aus der IT-Sicherheit weiß ich, wie Vertrauen ausgenutzt werden kann.
Warum ich heute zu digitalem Kinderschutz arbeite
Kinder begegnen digitalen Risiken in Spielen, Chats und sozialen Netzwerken. KI schafft weitere Möglichkeiten, Bilder zu verändern oder täuschend überzeugende Antworten zu erzeugen. Erwachsene müssen nicht jede neue Anwendung beherrschen. Sie brauchen ein Verständnis dafür, wie Kontakt, Druck und Scham wirken können — und wie sie für Kinder ansprechbar bleiben.
Deshalb entwickle ich Vorträge, Workshops und Materialien für Eltern, Schulen und Kitas. Ich möchte Risiken verständlich erklären und Menschen dabei unterstützen, im Alltag angemessen zu handeln.
Auf digitaler-kinderschutz.de bündele ich diese Arbeit. In Digitale Mechanik schreibe ich darüber, wie digitale Systeme Vertrauen und Entscheidungen beeinflussen — und was Menschen helfen kann, genauer hinzusehen.
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